Burn, Baby, Burn. Brennen unter OS X.
Vorweg, dieser Beitrag ist zwar nicht ganz ein warmer Aufguss, aber dennoch in ähnlicher Form bereits in meinem vorherigen Blog Mein Neuer Mac erschienen. Da ich diesen in absehbarer Zeit abschalten möchte, möchte ich ihn nun in überarbeiteter und um die vielen Kommentare ergänzter Form an dieser Stelle erneut publizieren.
Als Switcher habe ich, wie die meisten, unter Windows Nero Burning ROM eingesetzt und war wie ebenfalls Einige mit der Entwicklung dieser ursprünglich wirklich ausgereiften Software nicht mehr zufrieden. Insbesondere die immer stärker werdende Multimedia-Funktionalität oder die Möglichkeit eigene DVDs zu erstellen, ist nicht für jeden interessant. Im Prinzip wollte ich eine Software die mir, wenn benötigt, verschiedene Einstellungen ermöglicht. Eine wirkliche Konkurrenz habe ich nie gefunden und auch im Bereich Open Source war nichts umwerfendes dabei. Anders beim Mac, meine Fundstücke möchte ich nachfolgend ohne Anspruch auf Vollständigkeit mit ihren Vor- und Nachteilen sowie meiner persönlichen Meinungeinmal genauer unter die Lupe nehmen.
Brennordner
Natürlich bietet ein Betriebssystem wie OS X die Möglichkeit zu Brennen von Haus aus an. Viele Benutzer schwören auch hier auf die Einfachheit einen Brennordner anzulegen (bspw. Sekundäre Maustaste - Neuer Brennordner), Daten hineinzuziehen und im Fenster oben rechts brennen zu klicken. Im Prinzip reicht diese Funktion für die meisten aus. Wer eben doch eine echte Oberfläche braucht oder eben doch die ein oder andere Einstellung komfortabel vornehmen möchte, nutzt eben eine entsprechende Applikation. Zu bemerken ist allerdings, das soweit ich weiß bis auf Toast und Dragon Burn alle Applikation auf die interne Burning Engine von OS X aufsetzen.
Burn
Die Bedienung von Burn ist denkbar einfach, die Daten werden entweder über +/- Buttons oder per Drag’n'Drop hinzugefügt. Trotz dieser Einfachheit kann man sehr schön zwischen Daten, Audio, Video und Kopie (Image) wählen und auch beim Dateisystem zwischen Mac (HFS+), PC, Joliet, DVD-UDF oder DVD-Video wählen. Für Video wie Audio kommen alle mit Quicktime kompatiblen Formate in Frage, Musik kann Burn auch als MP3- der Audio-CD brennen. Selbst Videos bereiten dem Tausendsassa keine Probleme und können in den Formaten VCD, SVCD, DVD und DIvX konvertiert werden. Mit Kopie lassen sich Images der Formate img, dmg, cdr, toast und iso sowie cue/bin und toc brennen. Abgerundet wird Burn durch eine deutsche Lokalisation sowie die Möglichkeit begonnene Projekte zum späteren Abschließen zu speichern.
Die wichtigsten Features
- Konvertieren in verschiedene Video-Formate
- Unterstützung der wichtigsten Dateisysteme
- alle Quicktime-kompatiblen Formate für Video- und Audio-CDs
- Multisession möglich (d.h. man kann zu einem späteren Zeitpunkt weitere Daten auf das Medium brennen)
- deutsche Lokalisation vorhanden
SimplyBurns
Für jeden, der mit der wirklich maclike orientierten Bedienung von Burn nich so klarkommt und sich nach einer strengen Logik von Nero sehnt, sei SimplyBurns ans Herz gelegt. So wählt man nach dem Start die gewünschte Aufgabe über entsprechende Buttons. Insgesamt macht die Applikation damit einen eher bodenständigen und aufgeräumten Eindruck. Zu Beginn meiner Zeit als Macianer war Brennen für mich noch immer etwas Besonderes und mit dem Wunsch verbunden, das meine Daten sicher sind und vielleicht auch damit alles unter Kontrolle haben zu wollen. Sicherlich ist es ebendiese Perspektive die mich längere Zeit zu SimplyBurns mit seiner quasi klassischen Benutzerführung schielen ließ. Mittlerweile habe ich mich sehr an das ganze Drag’n'Drop gewöhnt und suche eher nach Applikationen die diesem Konzept verbunden sind.
Die üblichen Funktionen wie RW-Medien löschen, Daten brennen sowie verschiedene Dateisysteme wie Mac, PC, Joliet oder DVD-ROM auswählen oder kombinieren meistert die Applikation mit Bravour. Nach dem Klick auf Brennen hat man die Möglichkeit die Geschwindigkeit auszuwählen, sowie ein Multisession-Medium zu erstellen. Auch bietet SimplyBurns die Möglichkeit Ein- und Zusammenstellungen in einer Projektdatei zu speichern, um den Vorgang zu einem späteren Zeitpunkt abzuschließen. Mit der Image-Funktion lassen sich die von OS X unterstützen Image-Formate img, dmg, cdr, toast und iso sowie cue/bin sowie toc problemlos brennen. Besonders neckisch ist die Statusanzeige im Dock, die ich extra auf den Screenshot montiert habe.
Julien hat mit freundlicherweise noch im alten Blog mitgeteilt, das diese Statusanzeige wohl ein Feature von OS X ist, nur leider von verhältnismäßig wenigen Applikationen unterstütz wird. Schade.
Die wichtigsten Features
- Unterstützung der wichtigsten Dateisysteme
- deutsche Lokalisation vorhanden
- speichern und öffnen von Projektdateien
- klare Bedienung insbesondere für Switcher
- Multisession möglich
- Rippen von Audio-CDs
LiquidCD
Die Oberfläche von LiquidCD scheint eine Symbiose zwischen Burn und SimplyBurns zu sein und bietet damit für jeden der weder mit dem einen, noch mit dem anderen so recht zufrieden war eine Alternative. Als kleinen Wermutstropfen würde ich die für eine Applikation für den Mac etwas dröge Gestaltung der Oberfläche bezeichnen, die mich eigentlich auch maßgeblich von der Benutzung abgehalten hat. Ansonsten bietet LiquidCD eigentlich alles was das Herz begehrt, vom Brennen von CDs und DVDs mit den verschiedenen Dateisystemen, über Daten, Audio und Video bis hin zum Kopieren und Brennen von Images verschiedener Formate. Beim Brennen von Bilder- und Audio-Medien bietet LiquidCD die Möglichkeit direkt auf die Bibliothek von iPhoto beziehungsweise iTunes zuzugreifen, sicherlich für den Einen oder Anderen eine sehr praktische Option. Momentan ist LiquidCD Donationware, der Hersteller behält sich allerdings vor es in Zukunft kostenpflichtig anzubieten, ein sicherlich weniger interessantes Feature. Allerdings lässt sich auf der Website nicht wirklich viel Entwicklung erkennen, schade.
Die wichtigsten Features
- Unterstützung verschiedener Image-Formate wie iso, dmg, toast, cdi und einiges Nero-Images
- DVDs aus Video_TS-Ordnern erstellen
- Statusanzeige im Dock
- praktische Kapazitätsanzeige im Programmfenster
- Import aus iTunes und iPhoto für das Brennen von Bilder- und Audio-Medien
FireStarter FX
Die wichtigsten Features
- Overburning
- Erstellung von iso bin/cue Files zum Austausch mit Windows
- CDDB-Zugriff beim Rippen von Audio-CDs
- alle anderen Standardfunktionen
- Verwendung von cdrdao (GPL) als Enginge.
- Anzeige der Medieninformationen.
URL: http://www.projectomega.org/subcat.php?lg=en&php=products_firestarter
BurnX Free
Bei dieser Applikation in der Version 1.5 handelt es sich um ein frühes Stadium oder eine wenig konsequente Entwicklung. Leider merkt man das sehr stark am Funktionsumfang, letztlich lässt sich nichts einstellen, ich bin mir auch nicht sicher welches Format gebrannt wird. Wenigstens kann man CD- und DVD-Medien brennen, der Button Erase Disc lässt vermuten, das man auch RW-Medien löschen kann, um sie erneut zu beschreiben. Nach dem sehr kurz ausgefallenen Test, habe ich die Applikation allerdings auch gleich wieder von der Platte geputzt. Zwar ist mir einfaches brennen und eine nicht überladene Oberfläche und Funktionsvielfalt wichtig, dennoch möchte ich die Möglichkeit haben irgendwelchen Einfluss auf verschiedene Einstellungen zu haben oder Images brennen können.
Leider ist BurnX Free nur in englischer Sprache verfügbar, außerdem lässt die Herstellerseite vermuten, das sich dort bereits seit 2005 nichts mehr tut und man wohl nicht mit einer Weiterentwicklung rechnen kann.
Die wichtigsten Features
- RW-Medien löschen
- Daten auf CDs und DVDs brennen
- Sessions nur bei CDs möglich, DVDs werden immer geschlossen
- einfaches Drag’n’Drop der zu sichernden Daten in den Programmfenster
- keine Audio- oder Video-Medien erzeugen
URL: http://www.hernansoft.com/products.html
Disc Burner
URL: http://www.centromedia.com/en/products/discburner/
Brennen
Kostenpflichtige Applikationen
Disco
Kosten: $29.95 momentan im Angebot für $19.95 (entspricht etwa 12,85€), Zahlung per PayPal möglich
URL: http://discoapp.com/
RadicalBreeze DiscBlaze
Kosten: $29.95 (entspricht etwa 19,30€)
URL: http://www.radicalbreeze.com/blaze/index.shtml
roxio Toast
Kosten: 99,99 € (unter Windows vom gleichen Hersteller wie WinOnCD)
URL: http://www.roxio.de/deu/products/toast/titanium/overview.html
NTI Dragon Burn
Kosten: $39.99 (entspricht etwa 25,78€)
URL: http://www.ntius.com/dragon_burn.asp?s=mac
Abschließendes Fazit
Zumeist vorhandener Nachteil aller detailliert vorgestellten Programme, bist auf das neu dazugekommene FireStarter FX, ist die nicht vorhandene Möglichkeit Mediendaten auszulesen oder mittels Overburning die maximal vorhandene Kapazität auszureißen. Eine wirklich super Funktion, da Medien fast immer ein klitzekleines bisschen zu klein sind ;-) Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache das meines Wissens alle genannten Applikationen das Apple Disc-Recording-Framework nutzen und somit nur die vom System unterstützten Brenner. Eine eigene Engine bringen nur Roxio Toast und NTI Dragon Burn mit.
Spooky schrieb in seinem Kommentar zum Ursprungsbeitrag im übrigen, das man nicht unterstützte Brenner mit dem Disc-Recording-Framework benutzen zu können einfach nur Patchburn installieren braucht. Leider weiß ich nicht inwieweit es weiterentwickelt wird oder wer dahinter steht.
Wenn jemand zum Thema Brenn-Software und meiner kleinen Übersicht jemand Hinweise hat, freue ich mich wie immer über Kommentare.
Abgelegt unter : Apps and more | Getaggt: Brennen, Burn, BurnX Free, Disc Burner, Disc-Recording-Framework, DiscBlaze, Disco, Dragon Burn, FireStarter FX, LiquidCD, Patchburn, SimplyBurns, Toast
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