Passwort, wo ist nur das Passwort hin. Einfach verwalten.
Vorweg, dieser Beitrag ist zwar nicht ganz ein warmer Aufguss, aber dennoch in ähnlicher Form bereits in meinem vorherigen Blog Mein Neuer Mac erschienen. Da ich diesen in absehbarer Zeit abschalten möchte, möchte ich ihn nun in überarbeiteter und um die vielen Kommentare ergänzter Form an dieser Stelle erneut publizieren.
Früher waren es die vielen verschiedenen E-Mail-Adressen die man wegen ersten SPAMs und mangels wirksamer Filter zu verwalten hatte, heute sind es die Logins für dieses und jenes Social Network, Bookmarking Dienste oder die diversen Plastikkarten noch viel mehr. Es wäre eine Meisterleistung all diese Zahlen- und Buchstabenkombinationen im Gedächtnis zu behalten und eine meisterhafte Dummheit für viele Logins die gleichen Daten zu verwenden.
Bisher habe ich all diese Informationen in einer versteckten und verschlüsselten Textdatei gesammelt, ab einem gewissen Volumen ist das allerdings auch nicht mehr das Gelbe vom Ei. Daher habe ich mich nach kleinen Helfern umgeschaut und vielerlei Abstufungen in der Funktionalität gefunden. Einige spezialisieren sich wirklich nur auf Zugangsdaten nach dem Prinzip Login/Passwort, andere sorgen sich um die vielen Registrierungen verschiedener Applikationen die man mittlerweile fast ausschließlich Online erwirbt und somit keine Packung mit entsprechenden Informationen mehr hat. Einige bieten auch eine AutoFill-Funktion mit der man mit einem Klick die ebenfalls eingetragene URL aufruft und die Logindaten an den Browser übergibt. Schaut, was ich gefunden habe.
Schlüsselbund
Bevor ich jedoch mit den kleinen kostenlosen und kostenpflichtigen Zusatzapplikationen beginne, möchte ich dank dem Kommentar von Holger auf die nicht zu unterschätzende sozusagen hausinterne Lösung, das Schlüsselbund, hinweisen. Neben OS X selbst, speichern auch verschiedene andere Applikationen hier ihre Logins oder Zertifikate. Man selbst hat die Möglichkeit über die Kategorie Sichere Notizen Zugänge, E-Mail-Accounts und FTP-Logins verschlüsselt zu speichern. Jedwede Features wie Auto-Fill fehlen natürlich, als dennoch mögliche Alternative möchte ich es aber nicht vernachlässigen.
info.xhead
Um es kurz zu machen, dies ist nach langem testen und abwägen das Programm meiner Wahl. Es bietet die Möglichkeit recht einfach neue Datensätze anzulegen und diese in verschiedenen Kategorien wie Kreditkarten, E-Mail, FTP etc. abzulegen. Die Oberfläche ist schlicht, dennoch Maclike, ähnelt dem systemeigenen Adressbuch und dazu noch einfach zu bedienen. Wenn man dann erst einmal alle seine Daten eingetragen hat, kann man diese über die Kategorien filtern und sortiert anzeigen lassen. Selbstverständlich speichert info.xhead die wertvollen Daten verschlüsselt ab, und zwar per 448Bit Blowfisch. Wichtig hierbei ist natürlich, ein entsprechend sicheres, das heißt möglichst langes und aus Buchstaben und Ziffern bestehendes Passwort zu wählen.
Als mehr oder minder besonderes Features bietet info.xhead die Möglichkeit eines Backups auf .Mac oder als Export auf den iPod, hier leider nur unverschlüsselt, also weniger zu empfehlen. Unter dem Menüpunkt File findet sich ebenfalls ein Passwort Generator, so kann man schnell ein aussprechbares oder auch unaussprechliches Passwort generieren, ich habe diese Funktion beim eintragen meiner Accounts verwendet und damit alle Zugänge extra sicher gestaltet.
Einen Wermutstropfen gibt es dennoch, eigentlich anderthalb, zum einen wird das Programm zur Zeit nur in englischer Sprache angeboten, hoffentlich folgt bald eine deutsche Version, zum anderen sendet die Funktion Auto-Fill, an sich eine sehr praktische Funktion, die Daten immer an Safari unabhängig vom eingestellten Standardbrowser, bei mir zu Testzeiten Firefox.
Ich habe im übrigen beim Hersteller angefragt wie es mit einer deutschen Lokalisation aussieht, leider scheint die Nachfrage aus dem deutschsprachigen Raum zur Zeit nicht auszureichen. Schade. Auch habe ich bisher nur die Version 1.3 getestet, aktuell ist jedoch die Version 1.4 erschienen und bringt doch die ein oder andere Aktualisierung mit.
Kosten: $15 (entspricht etwa 9,67€), Zahlung per PayPal möglich
URL: http://www.xheadsoftware.com/info_xhead.asp
Wallet
Auch Wallet steht leider nur in englischer Sprache zur Verfügung, was die Benutzung auch bei einem so einfachen Programm nur unnötig einschränkt. Visuell ist Wallet der, wie ich finde, etwas schickere Abklatsch von info.xhead (oder vielleicht andersherum). Das Widget ist meines Erachtes zwar praktisch aber ein bisschen zu groß geraten und letztlich ist eine Integration in Spotlight mehr wert, info.xhead und auch Wallet bieten das.
Ein Vorteil bei aller Ähnlichkeit zu info.xhead ist die Möglichkeit in Wallet Einträge innerhalb einer Gruppe farbig zu labeln, das erleichtert das finden besonders wichtiger oder häufig benutzter Einträge und vermeidet unnötig viele Gruppen.
Was die Sicherheit betrifft, bietet auch Wallet eine Verschlüsselung per 448Bit Blowfish. Was den ein oder anderen eventuell abschreckt ist die Tatsache, das die drei Personen hinter dem Hersteller Waterfall Software gerade so die Volljährigkeit erreicht haben. Ansonsten handelt es sich bei Wallet sicherlich um keine Innovation, aber ein ebenso brauchbares Produkt wie info.xhead zu einem ähnliches Preis.
Kosten: $14.95 (entspricht etwa 9,65€), Zahlung per PayPal möglich
URL: http://www.waterfallsw.com/wallet/
KeePassX
Bei diesem Programm handelt es sich um ein Open Source-Projekt, welches im Übrigen auf die wichtigsten Plattformen portiert wurde und damit gut für diejenigen geeignet ist, die zu ihrem Leidwesen nicht ausschließlich unter Mac OS X arbeiten dürfen. KeePassX bietet die Möglichkeit die verschiedenen Zugänge in verschiedenen Datenbanken zu organisieren beispielsweise Eigene und Kunden oder nach Art und Weise wie E-Mail-Konten, Social Networks und so weiter, vergleichbar mit den Kategorien in Wallet oder info.xhead.
Innerhalb der verschiedenen Datenbanken können nun Gruppen angelegt werden, um Ordnung zu halten, genauso wie bei den beiden vorangegangenen Applikationen. Wie man nun sortiert und gliedert bleibt letztlich jedem selbst überlassen, ich möchte jedoch zu bedenken geben, um so mehr Zugänge man in einer Datenbank (mit einem Hauptzugang) speichert, um so größer der Schaden wenn eben nur dieser eine Hauptzugang von einem Dritten geknackt wird, auf der anderen Seite ziehen mehr Datenbanken mehr Hauptzugänge nach sich, was die Verwendung schon fast wieder ad absurdum führt.
Gruppen können ähnlich wie bei Wallet mit kleinen bereits mitgelieferten Symbolen versehen werden, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen. Leider sind diese bei KeePassX visuell nicht besonders ansprechend und auch der Rest des Programms fällt unter Mac OS X eher negativ auf und kommt recht schnöde daher.
Die Verschlüsselung der Datenbank erfolgt per AES 256 und die Bedienung, das ist sicherlich als Plus zu werden, erfolgt vollständig in Deutsch. Die bei den kostenpflichtigen Programmen recht nützliche Funktion des Auto-Fills fehlt hier leider, wer darauf verzichten kann, ist mit dem OpenSource-Projekt sicher sehr gut bedient.
Kosten: Open Source, kostenlos
URL: http://keepassx.sourceforge.net/
Pastor
Bei diesem kostenlosten Programm gibt es im Gegensatz zu KeePassX und den anderen leider nicht die Möglichkeit mehrere Gruppen anzulegen, verschiedene Datenbanken sind jedoch möglich. Ein Punkt der mich persönlich stört ist, das Passwörter leider klar angezeigt werden, was bei den vorangegangenen Applikationen wenigstens manuell auf verschlüsselte Anzeige umgestellt werden kann. Sobald man sich also weniger geschützt in einem Großraumbüro aufhält, ist die Verwendung von Pastor schon fast kontraproduktiv. Als kleines Feature bietet auch das kostenlose Pastor unter dem Menüpunkt Tools einen Passwort-Generator, um sich ein sicheres Passwort generieren zu lassen. Visuell hält sich Pastor sehr zurück und ist somit zwar funktional, aber nicht herausragend hübsch anzusehen, auch die Bedienung ist noch ausschließlich in englischer Sprache möglich. Dies soll sich aber nach Auskunft des Programmierers bald ändern.
Pastor ist wohl nur für diejenigen geeignet, die nicht viel Daten verwalten möchten und denen auch Sicherheit nicht übermäßig wichtig ist - beispielsweise ohne Kundendaten und nur für Zugänge für unendliche Communities, mit denen man letztlich verhältnismäßig wenig Schindluder treiben kann. Ich bin dennoch gespannt, was der Entwickler dem Programm in Zukunft noch alles an Funktionalität alles spendieren wird.
Kosten: Donationware
URL: http://www.mehlau.net/pastor/
i23
Wo auch immer diese Applikation ihren Namen hat, möchte ich diese dank dem hilfreichen Kommentar von Julien eben auch noch erwähnen ohne Sie ausführlich getestet zu haben. Die Oberfläche erinnert mich ein wenig an Pastor, mit gewissen Einflüssen meiner Favoriten. Auf jeden Fall eine sehr schlichte Alternative im WIrrwarr der Applikationen zu diesem Thema.
Kosten: kostenlos
URL: http://www.myownapp.com/
PasswordWallet
Dieses Programm das ich nur über das Mac Tech-Blog fand, habe ich nur kurz getestet. So viel wie der Autor von diesem Tool zu halten scheint, so wenig überzeugend finde ich PasswordWallet. Die Bedienung ist etwas zu untypisch Mac und außerdem zu sehr auf Passwörter ausgerichtet. Die umfangreichen Features scheinen mir auch etwas holperig in der Bedienung. Aufgrund der geringen Funktionalität, habe ich PasswordWallet in meinem Fazit nicht weiter berücksichtigt.
Zum Ursprungsbeitrag schrieb Ulf Dunkel von DSD.net, dass es mittlerweile wohl auch eine deutsche Version gibt. Möge sich jeder seine eigene Meinung, nun auch auf deutsch, bilden.
Kosten: $20 (entspricht etwa 12,89€)
URL: http://www.selznick.com/
PasswordVault Lite
Auch dieses Programm überzeugt mich nicht, auch wenn die Sicherheitsfeatures vielleicht die besseren sein mögen, was ich mir nicht genauer angesehen habe. Im Gegensatz zum sachlichen aber etwas trist wirkenden Äußerden von PasswordWallet ist PasswordVault Lite bunt und kann über Skins angepasst werden. Wobei fraglich ist, ob es genau das ist, was solche eine Art Applikation wirklich benötigt. Wirklich nett anzusehen ist im übrigen leider keines der Skins. Ebenfalls störend ist das PasswordVault Lite zu sehr auf Passwörter ausgerichtet ist wie PasswordWallet und man beispielsweise ebenfalls nur zwei Felder pro Eintrag zur Verfügung hat. Keine Chance für den Alltag wie ich finde und erst recht nicht ausreichend funktional, um Geld dafür auszugeben. Aufgrund der geringen Funktionalität, habe ich PasswordVault Lite in meinem Fazit nicht weiter berücksichtigt.
Kosten: $14.95 (entspricht etwa 9,63€)
URL: http://www.lavasoftware.com/
1Passwd
Diese Applikation verfolgt im Gegensatz zu den meisten anderen eine ganz eigene Philosophie, von daher war ich mir über mein Urteil nicht von Anfang an sicher. Mittlerweile muss ich sagen, finde ich es wirklich eine super Hilfe, für die Meisten wohl trotz alledem zu umfangreich, einschneidend und im Vergleich zum dem was viele benötigen wohl auch zu teuer. Funktionalität und Bedienung lassen sich am einfachsten mit einem Schlüsselbund Deluxe umschreiben und bieten neben dem ablegen von Zugangsdaten auch die Möglichkeit über eine Browser-Erweiterung ganze Identitäten (bspw. für Anmeldeformulare und die Unterscheidung von Privat und Job) anzulegen oder Notizen verschlüsselt abzulegen. Für den hier gesuchten Funktionsumfang bei weitem zu mächtig, für jemanden der sich oft bei verschiedenen Seiten anmeldet ein Programm mit durchaus gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Von daher habe ich 1Passwd im Fazit nicht berücksichtigt.
Kosten: $34.95 (entspricht etwa 22,53€)
URL: http://1passwd.com/
Fazit
In der visuellen Darstellung schlagen sich Wallet und info.xhead, beide kostenpflichtig für etwa $15 zu erwerben, recht gut und orientieren sich mehr oder weniger stark an der üblichen Apple-Optik und dem systemeigenen Adressbuch. Etwas schöner anzusehen und dadurch auch besser zu bedienen ist Wallet, da die verschiedenen Gruppen oder Kategorien mit gut erkennbaren Symbolen illustriert werden können. Ebenfalls praktisch ist die Anzeige der Einträge hinter den Gruppennamen. Beim Anlegen von neuen Gruppen oder Kategorien hat man die Möglichkeit die verschiedenen Felder zu definieren, jedoch kann nur info.xhead die Anzeige einzelner Feldinhalte verschlüsselt anzeigen, ein großes Plus. Wie auch info.xhead kann auch Wallet per Auto-Fill Safari direkt öffnen und die gespeicherten Informationen an die hinterlegte Website übergeben. Erstaunlicherweise funktioniert dies in beiden Fällen sehr gut bei fast allen getesteten Seiten.
Zusätzliche Informationen und Tests zum Thema
Mac Tech - Switching to Mac (eng)
URL: http://mac-tech-switching.blogspot.com/2007/05/review-13-mac-os-x-password-managers_09.htm
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[...] Passwörter, so viele Passwörter - Einfach verwalten Veröffentlicht in Oktober 7, 2007 von Kilian Sodwind Überarbeitet auf meinem neuen Blog Macwork veröffentlicht! [...]